Verkehrsknotenpunkt

Plärrer, Nürnberg

Der Wiener Aktionskünstler donhofer. macht Dürers Heimatstadt ein Valentinstagsgeschenk.
NÜRNBERG - WIEN. Am Plärrer, dem Nürnberger Verkehrsknotenpunkt, tummelten sich am Valentinstag dutzende rote Hasen in Form von temporären Graffitis. donhofer. [sic!] greift das vielfach reproduzierte Sujet des weltberühmten Dürer-Feldhasen auf und erweitert es: Die NürnbergerInnen entdeckten auf ihrem Weg Scharen von kopulierenden Hasen. Der Künstler betitelt seine Aktion mit „Verkehrsknotenpunkt“ und verweist damit humorvoll auf das erhöhte Verkehrsaufkommen.
Im Bezug auf die stetig wachsende Zahl von PKWs im Straßenverkehr, sieht der Künstler die Politik in der Pflicht Stauhotspots zu entschärfen und schlecht ausgebaute Radinfrastruktur zu optimieren. „Ein Anreiz für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmittel wäre die Preissenkung für Fahrscheine.“, so donhofer. und verweist auf die vergleichweise günstigen Wiener Linien Tickets.
Der Wiener Aktionskünstler, ausgezeichnet mit dem „Grand diploma for drawing“, verknüpft Zeichnung und Aktion. Mit Vorliebe zeichnet er mit Edding und Wachspastellen, aber eigentlich mit allem was ihm in die Finger kommt. Seine Zeichnungen, die auf den ersten Blick eine kindliche Naivität aufzuweisen scheinen, kreisen um die Themen Macht, Dekadenz, Konsum und deren Auswirkungen. Er begibt sich in seinen Aktionen oftmals auf dünnes Eis um gesellschaftspolitische Missstände zu verhandeln. donhofer. agiert stets rot gekleidet, dabei ist die Farbe nicht politisch, sehr wohl aber als Signalfarbe zu verstehen. Er sprengt den Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen - gern mit einem Augenzwinkern.
Seine Kooperation mit anderen KünstlerInnen erweist sich immer wieder als produktiv: Mit der Regisseurin Christina Gegenbauer verwandelte er ein Dorfidyll in reges Großstadttreiben (KARLOPOLIS - Utopie einer Großstadt), mit der Band She and the Junkies setzte er mit WAR SAW ein Zeichen gegen Grenzen (im Kopf). Seine bildende Kunst wurde unter anderem in der Kunsthalle Wien, dem Landesmuseum Niederösterreich, der Plakatsammlung Basel und der Galerie Martinetz in Köln ausgestellt.

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