Nürnberg. Am 100. Jahrestag des Kriegseintritts der USA in den Ersten Weltkrieg setzt der Wiener Aktionskünstler donhofer. mit »Bitte nicht werfen – Bruchgefahr!« ein ebenso augenzwinkerndes wie unmissverständliches Zeichen gegen Krieg. Hierbei spannt er den Bogen aus der Vergangenheit ins Heute.
 
Die Passanten staunten nicht schlecht über die originalgroße Nachbildung der Hiroshima-Bombe »Little Boy«, die donhofer. und seine HelferInnen mitten durch die Altstadt bis vor die Lorenzkirche trugen.
 
Mit ihren 3,20 Metern Länge und 71 cm Durchmesser scheint die Bombe fast harmlos, wenn man sich vor Augen führt, dass sie mit einem Schlag an die 80.000 Menschen das Leben kostete, von den Spätfolgen für die Überlebenden ganz zu schweigen.
 

Eine Bombe zum Angreifen
 
Für donhofer. ist die Atombombe prägnantes Sinnbild für Krieg und die Bedrohung der Menschheit durch unverantwortliches politisches Handeln.


»Glücklicherweise verurteilt die deutsche und österreichische Politik Terror und Krieg auf das Allerschärfste. Die bei uns produzierten Waffen werden deshalb auch immer so schnell wie möglich ins Ausland geschickt. Für alle, die sich ihre Bomben dennoch nicht nehmen lassen wollen, habe ich ein besonders schönes Exemplar zum Angreifen in der Fußgängerzone platziert.«

Es herrscht Alarmstufe Rot, wenn donhofer. die Sirene gibt. Im musikalischen Bombenhagel des Fürther Sounddesigners Ralf Bauer wirft er mit den Mitteln der Aktionskunst die Frage auf: Was zählt ein Menschenleben?
 

Fragiler Frieden
 
Wer sich heranwagt an donhofer.s Bombe, wird die Beschriftung der roten Klebestreifen entziffern können: »Nicht werfen – Bruchgefahr« ist darauf zu lesen. donhofer. formuliert es im ironischen Werktitel als eindringlichen Apell: Bitte nicht werfen! Denn der Frieden ist fragil.

Fotocredit © Ina Aydogan

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